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Das Projekt HPI Schul-Cloud


Welche Zielsetzung hat das Projekt HPI Schul-Cloud?

Für die Generation der „Digital Natives" wollen wir alle gemeinsam die Bildung gestalten.

Für die Digitalisierung der Bildung wird mit der HPI Schul-Cloud eine zukunftssichere IT-Infrastruktur geschaffen, mit der Jugendliche fächerübergreifend auf professionell gewarteten IT-Systemen neueste digitale Lernangebote nutzen können. An verschiedenen Lernorten werden lediglich internetfähige Anzeige- sowie Eingabegeräte benötigt, um Zugang zu allen verfügbaren digitalen Bildungsangeboten in der HPI-Schul-Cloud zu erhalten. Webbasierte Anwendungen sowie Rechenressourcen und Speichermöglichkeiten per Cloud-Computing ermöglichen einen effizienten Zugriff auf zeitgemäße IT-Dienste für einen großen Kreis an Nutzer*innen. Der spontane, bedarfsgerechte Einsatz in jedem beliebigen Unterrichtsfach wird dadurch erleichtert. Die aufwendige Installation von Software auf einzelnen Endgeräten der Nutzer*innen entfällt. Sämtliche Programme und das Benutzerprofil werden via Internet zur Verfügung gestellt. Die HPI Schul-Cloud kann maßgeblich dazu beitragen, das Potenzial von digitalen Medien und Angeboten im Schulalltag besser nutzbar zu machen, bestehende Herausforderungen und Hürden zu reduzieren und schul- sowie länderübergreifende Synergien zu schaffen.

Ziele im Überblick:

  1. Einfacher Zugang zu digitalen Lehr- und Lerninhalten
  2. Lernbegleitung von Schüler*innen
  3. Förderung von Kollaboration
  4. Neue Möglichkeiten der Unterrichtsgestaltung
  5. Vernetzung von Lernorten
  6. Entlastung der Lehrkräfte von der IT-Administration
  7. Bereitstellung neuester und professionell gewarteter Anwendungen

Die HPI Schul-Cloud stellt ein ergänzendes Lehrmedium dar, das sich im pädagogischen Rahmen der Schulen bewegt; die Notenverwaltung ist hierbei explizit ausgeklammert.

Wie viele Schulen nutzen die HPI Schul-Cloud?

Aktuell (Stand Juni 2018) erproben zu Beginn der Projektphase III 67 Pilotschulen unseres Projektpartners, des nationalen Excellence-Schulnetzwerks MINT-EC, die HPI Schul-Cloud. Bis Juli 2021 sollen schrittweise alle 300 MINT-EC-Schulen an die HPI Schul-Cloud angeschlossen werden. Zusätzlich werden ab dem nächsten Schuljahr auch 43 Projektschulen der Niedersächsischen Bildungscloud (NBC) der Landesinitiative n-21die HPI Schul-Cloud testen.

Welche Funktionen sind für die HPI Schul-Cloud grundsätzlich vorgesehen?

Kursorganisation/-gestaltung: 
Unter „Kurse“ können verschiedene Kurse angelegt werden. Innerhalb eines Kurses können verschiedene Themen mit wiederum verschiedenen Inhalten erstellt werden, die sich am Verlauf des Unterrichts orientieren. Neben eigens erstellten Inhalten können auch Materialien aus der Materialsuche sowie Werkzeuge zum kollaborativen Lernen (z.B. Etherpad, neXboard u.a.) direkt in den Kurs eingebunden werden.

Aufgabenmanagement: 
Erstellung, Bearbeitung, Feedback (Bewertung ohne Noten) von Hausaufgaben

Materialsuche: 
Die regelmäßig neuen Inhalte stammen von Open Educational Resources (OER), Schulbuchverlagen und Startups.

Terminkalender: 
Der Benutzer kann, ganz einfach, andere Kalender mit dem HPI Schul-Cloud Kalender verbinden. Unter „Termine“ können alle Kurse des Stundenplans sowie alle individuellen Termine eingesehen werden.

Dateiablage: 
Die Dateiverwaltung bildet eine Dateiablage für Unterrichtsmaterialien.

Client-Management und Office werden nicht neu implementiert, bestehende Lösungen werden eingebunden.

Das Identitätsmanagement verortet das Projekt HPI Schul-Cloud außerhalb der Cloud und sieht diese Zuständigkeit vor allem bei den Ländern/Schulträgern.

Brauchen Schüler*innen ein neues Login?

An Schulen, an denen bereits ein System zum Login existiert (welches über das Internet zugänglich ist), erfolgt der Login mit dem vorhandenen Account. Falls nicht, müssen die Logins direkt in der HPI Schul-Cloud von den Lehrkräften angelegt werden. Eine Erläuterung wie die Accounts angelegt werden können sowie weitere Tutorials, findet Ihr hier.

Wird den Schüler*innen der HPI Schul-Cloud ein virtueller Rechner zur Verfügung gestellt?

Bei der HPI Schul-Cloud wird den Lernenden kein virtueller Rechner/Desktop zur Verfügung gestellt. Stattdessen werden konkrete Dienste und Inhalte in einer Cloud zur Verfügung gestellt, die über simple webfähige Endgeräte überall genutzt werden können. Somit steht nicht das Medium, sondern die Nutzung dessen im Kern des Projektes.

Gibt es Voraussetzungen für die Nutzung bezüglich der Endgeräte?

Die HPI Schul-Cloud läuft geräte- und browserunabhängig sowie webbasiert. Wir empfehlen lediglich die Nutzung einer aktuellen Browserversion. Zusätzlich gibt es native Anwendungen für Android und iOS. Außerdem ist es nicht notwendig, die Schulen mit neusten Endgeräten auszustatten, da ein Betrieb auf älteren Geräten ebenfalls möglich ist, wenn diese mit einer aktuellen Browserversion versorgt werden können. Somit sind alle Geräte, die aktuellen Sicherheitsanforderungen entsprechen, mit der HPI Schul-Cloud kompatibel.

Die HPI Schul-Cloud beteiligt sich aktiv an laufenden Konzeptionen und Maßnahmen für interoperable Lösungen (z.B. Bündnis für Bildung).

Wie kann ich bei der Entwicklung der HPI Schul-Cloud auf dem Laufenden bleiben?

Auf unserem Blog berichten wir über unsere Arbeit am HPI Schul-Cloud-Projekt und halten Sie auf dem Laufenden in Bezug auf technische Neuerungen, Veranstaltungen und Veröffentlichungen wie beispielsweise MOOcs oder Broschüren. Außerdem findet Ihr hier aber auch Gastbeiträge von Expert*innen und Interessent*innen aus dem Bereich Digitale Bildung.

Alle 2 Monate versenden wir zudem einen HPI Schul-Cloud-Newsletter mit neuen Ankündigungen, Veranstaltungshinweisen und Highlights der letzten Wochen. Gerne könnt Ihr euch dazu über den entsprechenden Button auf unserer Homepage anmelden.

Um mehr über das HPI Schul-Cloud-Projekt, die Partner und das Team zu erfahren, klickt euch zudem gerne durch die unterschiedlichen Punkte in der oberen Navigationsleiste auf unserer Homepage.

Wie kann ich als Pilotschule oder Inhalteanbieter auf meine Partnerschaft zur HPI Schul-Cloud verweisen?

Gerne kann unser HPI Schul-Cloud Logo hierfür verwendet werden. Ihr könnt die unterschiedlichen Varianten hier herunterladen.


LernStore und Tools


Welche Inhalte stehen über den LernStore der HPI Schul-Cloud zur Verfügung bzw. können dort integriert werden?

Das Angebot an Lehr- und Lerninhalten in der HPI Schul-Cloud wächst stetig. Zur Verfügung steht eine Vielzahl von Materialien aus dem Bereich Open Educational Resources (OER), kostenlose Angebote unter Creative-Commons (z.B. Physikdidaktik FU Berlin) sowie außerhalb der HPI Schul-Cloud kostenpflichtige Angebote (z. B. MedienLB) zur Verfügung. Außerdem können Lehrkräfte eigene Inhalte erstellen und bei Bedarf untereinander ergänzen und teilen.

Welche Angebote/Inhalte in die HPI Schul-Cloud integriert werden hängt einerseits von einigen technischen Grundvoraussetzungen ab, andererseits von deren inhaltlicher Auseinandersetzung und Zuordnung zu unterrichtsrelevanten Themenfeldern sowie ihren fachlichen Beschreibungen in Form von Metadaten.

Welche Tools zur Kollaboration gibt es?

Neben reinen Inhalten sind auch fächerübergreifende Werkzeuge für die Zusammenarbeit in Gruppen - sogenannte Tools - in die HPI Schul-Cloud eingebunden, wie Werkzeuge zur kollaborativen Bearbeitung (Etherpad, neXboard) und digitale Werkzeuge zur kollaborativen Unterrichtsorganisation (QR-Codes). Während QR-Codes in jedem Bereich der HPI Schul-Cloud genutzt werden können, sind die anderen Werkzeuge vor allem im Kontext eines Kursthemas, also in einer Unterrichtssituation, sinnvoll und werden deswegen dort in der UI (Benutzerschnittstelle) angeboten. Im Rahmen des Rollouts und der Begleitung der Pilotschulen wird zudem evaluiert, welche weiteren interessanten Dienste und Angebote die HPI Schul-Cloud bereitstellen kann.

Eine optionale Anbindung von Office365 ist geplant, sofern die einzelnen Pilotschulen dies ihren Schüler*innen zur Verfügung stellen wollen. Neben dem schon jetzt kostenfrei erhältlichen Angebot (keine Offline-Lizenzen für Word/Office, Hosting innerhalb EU), laufen Gespräche mit Microsoft, um den Pilotschulen ein Hosting innerhalb Deutschlands und ggf. sogar Offline-Lizenzen zur Verfügung zu stellen.

Wie und in welchen Fächern kann ich die HPI Schul-Cloud im Unterricht nutzen?

Die HPI Schul-Cloud kann in allen Fächern und Jahrgangs- bzw. Klassenstufen genutzt werden. Einen Einblick in die praktische Anwendung der HPI Schul-Cloud an einer unserer Pilotschulen könnt Ihr durch diesen Kurzfilm erlagen.

Im Rahmen der HPI Schul-Cloud werden keine digitalen Bildungsinhalte entwickelt, sondern existierende Angebote Dritter integriert. Das Content-Angebot wächst stetig. Außerdem handelt es sich um einen gemeinsamen und weitgehend offenen Prozess.

Die anfängliche Fächerauswahl von Mathematik, Geometrie, Deutsch und Physik wurde landesübergreifend von Lehrkräften unserer MINT-EC Partnerschulen zu Beginn des Projekts bestimmt. Gemeinsam mit unseren Content-Partnern bauen wir in diesen Fächern ein immer breiter werdendes Angebot auf. In einem vorangegangenen Blogpost haben wir erklärt, wie wir im groben die medialen Angebote kategorisieren.

Wenn Sie – z. B. aus Ihrer erprobten Schulpraxis heraus – Vorschläge für weitere digitale Materialien haben, freuen wir uns, wenn Sie uns diese zusammen mit folgenden Informationen zusenden:

  • Fach/Fächer-Bezug des digitalen Materials
  • URL des Anbieters
  • Erfolgreiche Einsatzszenarien im Unterricht
  • Mediale Kategorie (s. Blogpost oder frei formuliert)

Bitte senden Sie diese gerne an unser Content-Team: inhalte@schul-cloud.org. Sofern es sich um Angebote handelt, die wir bisher noch nicht auf unserer Agenda hatten, nehmen wir mit den Anbietern entsprechend Kontakt auf.


Technische Aspekte und Datenschutz


Welche Technologien werden eingesetzt und über welche Schnittstellen verfügt die HPI Schul-Cloud?

Alle Dienste werden API-First entwickelt. Sie sind also alle maschinenlesbar. Dadurch können Sie durch andere Systeme konsumiert und einzelne Module der HPI Schul-Cloud einzeln eingesetzt werden. Die Benutzeroberfläche fungiert hier als ein Client, neben dem weitere denkbar und möglich sind.

Als API-Sprache wird REST/JSON gesprochen. Die Meta-Daten werden in JSON-API (json-api.org) repräsentiert.

Die Benutzeroberfläche ist als ReactJS Anwendung umgesetzt. Es kommen keine proprietären Browser Plugins (bspw. Flash) zum Einsatz. Die zugreifenden Web-Clients müssen daher entsprechend modern sein. Zur Überprüfung der Eignung wird eine dedizierte Seite („Test-Ampel“) zur Verfügung gestellt.

Alle Backend-Dienste sind dabei in NodeJS geschrieben. Dabei kommen express und featherJS als Framework zum Einsatz. Zur Persistierung kommen MongoDBPostgres und Elasticsearch zur Suche zum Einsatz. Binäre Dateien werden in S3 kompatiblen Diensten gespeichert.

Momentan verfügt die HPI-Schul-Cloud über die Schnittstellen xAPILTI und OAUTH Interfaces sowie S3. Dank des verwendeten Strategy Pattern können, insbesondere bei dem Anschluss weiterer Systeme, neue Standards recht einfach erweitert werden.

Wie verträgt sich die HPI Schul-Cloud mit bestehenden Systemen?

Die HPI Schul-Cloud besteht aus mehreren Modulen, die als eigenständige und flexible Microservices implementiert und gemäß einem Mehrschichtenmodell strukturiert werden. Das hohe Maß an Modularität sorgt dafür, dass die Dienste der HPI Schul-Cloud nicht nur komplett, sondern auch als Einzelkomponenten nutzbar sind. Das Projekt will Bestehendes nicht neu erfinden, sondern vorhandene Angebote und Nutzer*innen als offenes, infrastrukturelles Element verbinden. Bereits funktionierende und etablierte Lösungen sollen die Möglichkeiten der HPI Schul-Cloud nutzen können.

Die HPI Schul-Cloud ist nicht nur offen für alle, sondern kann einzelnen Diensten und Nischenanbietern sogar die bundesweite Auffindbarkeit ermöglichen. Mittelfristig wird dies dazu führen, dass nicht nur der Marktzugang, sondern die Qualität und Konditionen von Angeboten entscheidend für deren nachhaltige Nutzung sind.

Wie werden die personenbezogenen Daten der Nutzer*innen bei der Nutzung der interaktiven Lerninhalte in der HPI Schul-Cloud geschützt?

Damit digitale Inhalte verschiedener Anbieter datenschutzkonform in der Schule genutzt werden können und Anbieter keinen Zugriff auf personenbezogene Daten haben, wurde im Rahmen des Projektes eine Pseudonymisierungstechnik entwickelt. Sie ermöglicht, dass sich eine über die HPI Schul-Cloud erreichbare interaktive Lernsoftware an die Nutzer*innen „erinnert“, ohne dass diese oder ihr Hersteller Zugang zu personenbezogenen Daten erhalten. Nach einmaliger Einholung der für die Verarbeitung personenbezogener Daten erforderlichen Einverständniserklärungen ist der Zugang zu personenbezogenen Daten ausschließlich auf den Kernservice, also die HPI Schul-Cloud selbst, begrenzt. Die Entwicklung der Pseudonymisierungstechnik erfolgte in enger Abstimmung mit Vertretern von Ministerien, Schulen und Branchenverbänden sowie den Arbeitskreisen „Technik“ und „Datenschutz und Schule“ der Landesdatenschutzbeauftragten. Auf diese Weise wollen wir den bestmöglichen Schutz vor Datenmissbrauch erzielen.

Bei der Weitergabe von Daten an Dritte werden alle Daten pseudonymisiert.

Pseudonymisieren ist das Ersetzen von Identifikationsmerkmalen, wie dem Namen, durch ein Kennzeichen. Dies dient dem Zweck, die Bestimmung des Betroffenen auszuschließen oder wesentlich zu erschweren. Damit die Nutzer*innen der HPI Schul-Cloud mit interaktiven Angeboten der Inhalte-Anbieter sinnvoll arbeiten können, werden durch das HPI Pseudonyme verwendet, die für Dritte nicht auf die realen Personen zurückgeführt werden können. Dadurch wird verhindert, dass personenbezogene Daten von der HPI Schul-Cloud an andere Dienste, z.B. interaktive Tools, weitergegeben werden, trotzdem aber aktuelle Notizen und Lernstände übermittelt werden. Derzeit werden konkrete Prototypen dieser Anbindung mit den Inhalte-Partnern Cornelsen Verlag GmbH und bettermarks GmbH entwickelt.

Wie erfolgt das Identitätsmanagement?

Bei einem signifikanteren Anteil der Pilotschulen ist die HPI Schul-Cloud an zentrale Identity Management Systeme angebunden, die diese Aufgabe übernehmen. Alternativ kann die Verwaltung von Identitäten durch die Schule erfolgen. Datenlöschung und Anonymisierung erfolgen gemäß den Vorgaben der EU-Datenschutz-Grundverordnung (EU-DSGVO).

Wie gestaltet sich der Datenschutz hinsichtlich der Learning Analytics (LA)?

Momentan liegt der Fokus auf der Rückmeldung von Lerninteraktionsdaten an die Lehrkraft. Dies erfolgt unter Beibehaltung der Pseudonymisierung in einem zentralen Learning Record Store. Hierbei werden die Daten nach Bundesland und Schuljahr erhoben, sodass sie gemäß den geltenden Datenschutzbestimmungen und Schulgesetzen fristgemäß gelöscht oder anonymisiert werden können. Weitere Anwendungen von LA wie Individualisierung sind kurzfristig nicht geplant.



Skalierbarkeit und bundesweite Vergleiche


Wird eine skalierbare, potentiell bundesweite Lösung entwickelt und bereitgestellt?

Im Rahmen des Projekts HPI Schul-Cloud wird eine skalierbare Lösung entwickelt, implementiert, diskutiert und evaluiert. Insbesondere in der Rolloutphase und der Ausweitung auf bis zu 300 MINT-EC-Schulen werden Skalierungseffekte sichtbar gemacht.

Ich habe von verschiedenen Landesinitiativen gehört. Was verbirgt sich dahinter und worin unterscheiden sie sich von der HPI Schul-Cloud?

Die HPI Schul-Cloud ist ein Infrastrukturprojekt mit dem Fokus zielgruppengerecht Cloud-Funktionen und unterschiedliche Lernangebote über eine einheitliche Benutzeroberfläche und mobile Apps bereitzustellen. Die teilnehmenden Bundesländer können festlegen, welche Lerninhalte über die Cloud ansteuerbar sind. Die HPI Schul-Cloud ist eine integrative Lösung auf der Basis von Open Source und wird kontinuierlich in enger Kooperation mit unseren Pilotschulen weiterentwickelt und auch um neue Funktionen erweitert. Durch ihren modularen Aufbau können bestehende Ansätze leicht vernetzt, neue angebunden und einer größeren Gruppe von Nutzer*innen zur Verfügung gestellt werden. Soweit möglich werden dabei bestehende Standards und Schnittstellen verwendet. Perspektivisch betrachtet wird neben der HPI Schul-Cloud kein weiteres LMS mehr nötig sein. Für spezielle Anwendungen können vereinzelte Systeme jedoch bei Bedarf mit der HPI Schul-Cloud verbunden werden.



Die HPI Schul-Cloud richtet sich derzeit (Stand: Juni 2018) an 67 MINT-EC-Schulen aus 13 Bundesländern. Ab 2018 soll sie stufenweise allen knapp 300 MINT-EC-Schulen zur Verfügung gestellt werden, um frühzeitig Skalierungseffekte bei der Bereitstellung der HPI Schul-Cloud erproben und nutzen zu können.

               

EDMOND

Über den Onlinedienst für Bildungsmedien der Bildungszentren in Nordrhein-Westfalen, EDMOND (Elektronische Distribution von Medien ON Demand), können digitale Medien heruntergeladen oder bestellt werden. Manche Anwendungen sind auf einzelnen PCs separat zu installieren. 

Im Unterschied zu EDMOND geht es im HPI Schul-Cloud-Projekt insbesondere auch um die datenschutzkonforme Anbindung komplexer interaktiver digitaler Lerninhalte verschiedener Anbieter.

                               

itslearning

Seit 2014 haben die öffentlichen Schulen Bremens die Möglichkeit, das Lernmanagementsystem „itslearning“ zu nutzen – eine herstellergebundene Software, die auf Servern außerhalb der EU ausgeführt wird. Schrittweise Einführungsphasen sollen seine Integration in die unterrichtlichen Abläufe erleichtern.

Die am neutralen und gemeinnützigen Hasso-Plattner-Institut entwickelte HPI Schul-Cloud möchte im Gegensatz dazu kein Lernmanagementsystem sein, sondern als eine Art Aggregator fungieren - also eine Software, die digitale Tools und Inhalte sammelt und leichter auffindbar macht. Der modulare Aufbau der HPI Schul-Cloud erlaubt die flexible Integration von Standardlösungen und bestehenden Komponenten, eine sehr hohe Skalierbarkeit sowie landesübergreifende Synergien. Die HPI Schul-Cloud läuft ausnahmslos in deutschen Rechenzentren und personenbezogene Daten verlassen in keinem Schritt des Prozesses das Land.

Im Gegensatz zum kommerziellen Dienst itslearning arbeitet die HPI Schul-Cloud gemeinsam mit Schulbuch Verlagen daran einen Lernstore zu entwickeln, der mit qualitativ hochwertigen und geprüften Materialien gefüllt wird. Zusätzlich dazu finden die Nutzer*innen dort diverse Inhalte von OER Anbietern und weitere Materialien. Zusätzlich dazu bietet die HPI Schul-Cloud die weitere Integration von Tools, die zum Beispiel das kollaborative Arbeiten in der Schul-Cloud ermöglichen und vereinfachen.


LernSax

Die für sächsische Schulen entwickelte Kommunikationsplattform „LernSax“ soll insbesondere Lehrkräften die Organisation sowie Verständigung mit Eltern und Schüler/innen erleichtern. Auf Basis der Software „WebWeaver® School“ der DigiOnline GmbH werden unterschiedlichste Funktionen wie ein Adressbuch und Lesezeichen angeboten. Umfangreiche Formulare sollen digitale Verwaltungsvorgänge abbilden.

Die HPI Schul-Cloud konzentriert sich zunächst auf zentrale Kernfunktionalitäten wie den webbasierten sowie mobilen Zugang zu zahlreichen digitalen, fächerverbindenden Lerninhalten (Single Sign-on), einen sicheren Cloud-Speicher zur Dateiablage (inkl. Virenscan), die Bearbeitung und Abgabe von Hausaufgaben sowie einen Kalender- und Benachrichtigungsdienst. Soweit möglich werden bestehende Lösungen verknüpft und existierende Standards verwendet. Lediglich fehlende Dienste werden neu entwickelt.

                           

Logineo

Logineo soll die Kommunikation, Dateiverwaltung und den Einsatz digitaler Lernmittel in Schulen erleichtern. Aufgrund bestehender technischer Mängel verzögert sich die Auslieferung von Logineo jedoch erneut.

Im Gegensatz zu Logineo sind Schüler*innen und Lehrkräfte in die nutzerzentrierte Entwickelung der HPI Schul-Cloud von Anfang an eingebunden, um eine attraktive, intuitiv einsetzbare, wirklichkeitsnahe Plattform für digitale Services und Lerninhalte zu schaffen. Zur Unterrichtsvorbereitung und -durchführung ermöglicht die HPI Schul-Cloud die sichere schulinterne Datenverarbeitung sowie -speicherung und die datenschutzkonforme Anbindung von Lerninhalten verschiedener Anbieter. Die Entwicklung der HPI Schul-Cloud befindet sich stets auf dem neuesten Stand der Technik sowie Forschung und folgt dem Prinzip "Privacy by Design". Das Projekt wird durch einen Fachbeirat begleitet, in dem mehrere Landesbeauftragte für den Datenschutz sowie die Vorsitzenden der Arbeitskreise "Datenschutz und Bildung" sowie "Technik" vertreten sind.


mebis

Das Moodle-basierte mebis-Infoportal des Bayerischen Staatsministeriums für Unterricht und Kultus bündelt schulische Maßnahmen, Projekte und Bildungsmedien seiner Partner.

Über die HPI Schul-Cloud sollen darüber hinaus vielfältige Tool- sowie Content-Partnerschaften mit etablierten Schulbuchverlagen, Startups und engagierten Einzelautor/innen von Open Educational Ressources (OER) Lehrenden und Lernenden aus unterschiedlichen Bundesländern niedrigschwellige Möglichkeiten eröffnen, neueste und professionell gewartete Anwendungen von überall aus zu nutzen.

                           

Niedersächsische Bildungscloud

Seit Februar 2018 kooperiert das Projekt HPI Schul-Cloud mit der niedersächsischen Bildungscloud der Landesinitiative n-21. Insgesamt werden 43 Projektschulen der Niedersächsischen Bildungscloud im Schuljahr 2018/2019 an die HPI Schul-Cloud angebunden und können diese mit einer individualisierten Oberfläche nutzen. Die Kooperation ermöglicht einen engen Erfahrungsaustausch, von dem beide Seiten profitieren werden. Zudem wird erprobt, wie die HPI Schul-Cloud länderspezifisch und schulformübergreifend effizient eingesetzt werden kann. Weitere Informationen zu der Kooperation mit der niedersächsischen Bildungscloud können Sie hier einsehen.

                   

SchulCloudBW

Während die "SchulCloudBW" des kommerziellen Unternehmens BITSTEPS GmbH an den Schulen vor Ort installiert und eingerichtet werden muss, ist die HPI Schul-Cloud webbasiert und über jedes digitale Endgerät mit einem modernen Internetbrowser erreichbar.

ucloud4schools

Die auf Basis von ownCloud kostenpflichtig angebotene ucloud4schools der regio iT GmbH unterstützt insbesondere beim Dateiaustausch zwischen Schulverwaltung, Lehrkräften und Lernenden.

Der HPI Schul-Cloud-Fokus liegt demgegenüber derzeit auf dem pädagogischen Netz, um die Möglichkeiten der digitalen Entwicklung für Lehre und Lernen voll auszuschöpfen.


Unterschiede zu Learning Management Systemen (LMS)

LMS sind komplexe Content-Management-Systeme, die die Bereitstellung von Lerninhalten, die Organisation von Lernvorgängen und die Verwaltung der Nutzerdaten ermöglichen. Das Ziel ist hier, durch eine webbasierte Lernumgebung, die Kommunikation zwischen Lernenden und Lehrenden zu vereinfachen und zu einer Entlastung im Lehrbetrieb (insbesondere Verwaltungsaufgaben) beizutragen (vgl. e-teaching.org vom 26.06.2018).

Im Gegensatz dazu ist die HPI Schul-Cloud vielmehr ein Unterrichtsassistent, der an geeigneten Stellen im Unterricht eingesetzt werden soll und dadurch bestehende Unterrichtsszenarien und -methoden ergänzt. Das Angebot der HPI Schul-Cloud umfasst mehrere Komponenten und die Ebene sowie Perspektive ist eine andere als die eines reinen LMS. Die HPI Schul-Cloud möchte vielmehr als eine Art Aggregator fungieren - also eine Software, die digitale Tools und Inhalte sammelt und leichter auffindbar macht. Der modulare Aufbau der HPI Schul-Cloud erlaubt die flexible Integration von Standardlösungen und bestehenden Komponenten, eine sehr hohe Skalierbarkeit sowie landesübergreifende Synergien.

Zudem benötigen Schulen durch die Cloudstruktur keine eigenen Server, wodurch die Anforderungen an die schulinterne Informationstechnik reduziert wird und die Schulverwaltung somit entlastet werden kann. Perspektivisch gesehen, wird für die häufigsten Anwendungsfälle neben der HPI Schul-Cloud kein weiteres LMS mehr nötig sein.

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